Süßer Sturm an Herbsttagen

3. Oktober 2016
Katharina Leitner

Sturm Buschenschank Schneiderannerl

Der Sturm ist der Vorbote des neuen Weinjahres und hat somit wieder Saison. Was ist Sturm genau und wieso sagt man „Mahlzeit“ anstatt „Prost“? Welche Bräuche um das Getränkt des Herbsts zelebriert werden, verraten wir Ihnen hier.

 

Was ist Sturm?

Sturm ist gärender Traubensaft mit einem Alkoholgehalt von mindestens einem Prozent. Er ist süß und mit erfrischender Kohlensäure und aus diesem Grund so verführerisch. Es gibt verschiedene Varianten davon – roter Sturm, weißer Sturm, Schilcher-Sturm bis hin zum Himbeersturm. Je reifer der Sturm wird, desto stärker und weniger süß wird er.

Gut gekühlt ist Sturm ein paar Tage haltbar. Danach ist die Gärung schon zu weit fortgeschritten und der Sturm wird zum „Staubigen“. Zu Martini am 11. November wird der Jungwein oder „Junker“ getrunken – der Wein ist hier in der alkoholischen Gärung schon weit fortgeschritten, der Wein von der Hefe aber noch nicht getrennt.

Besonders Achtgeben muss man bei der Lagerung. In Flaschen abgefüllt, darf man diese nur aufrecht lagern, denn die Flasche ist nicht verschlossen. Das entstehende Kohlendioxyd könnte eine verschlossene Flasche leicht sprengen.

Sturm darf sich ein Traubenmost nur nennen, wenn er aus Trauben besteht, die in Österreich geerntet und verarbeitet wurden. Importe, etwa aus Italien, müssen auf andere Bezeichnungen ausweichen, etwa „Herbstwind“. Das Deutsche Äquivalent zum Sturm wird generell „Federweiße“ genannt.

 

Wie trinkt man Sturm?

Serviert wird der Sturm im Weinglas oder Mischungs (=Spritzer)-glas. Am besten schmeckt der Sturm zu Maroni bzw. den heimischen Kastanien. Diese Kombination ist auch deswegen so begehrt, weil der gärende Saft in Verbindung mit deftigen Speisen die Verdauung erleichtert. Außerdem bremst das gleichzeitige Essen den Rausch, denn die Süße des Zuckers kaschiert den Alkohol, wodurch man die berauschende Wirkung des Sturms oft erst zu spät merkt.

Anstatt „Prost“ sagt man in geselliger Runde „Malhzeit“. „Eingefleischte“ stoßen auch nur mit der linken Hand an.


Auch bei uns im Buschenschank/Weingut Schneiderannerl gibt es bereits Sturm. Da bleibt uns nur eines zu sagen: „Mahlzeit!“